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Tag 2 / thio - Vom Held des Tages, Höhenmetern und echter Freundschaft

  • Autorenbild: Herbert Zauner
    Herbert Zauner
  • 3. Mai 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Sept. 2025



„Jeder Tritt ein Schritt – Richtung Mythos und Moussaka!“ Klingt poetisch. Aber glaubt mir – wenn der Schweiß rinnt, der Oberschenkel brennt und der Po sich lautstark zu Wort meldet, wird aus Poesie schnell Realität. Heute: Etappe zwei – von Acharavi nach Paleokastritsa. Klingt romantisch? War’s auch. Aber nicht nur.


Nach einer angenehm rollenden Startstunde entlang der Küste war klar: Sidari ruft. Genauer gesagt: der Canal D‘ Amour, wo die zerklüfteten Klippen wie eingerollte Butterberge ins Meer stürzen. Und dann – diese kleine Bucht! Frühstück war gestern – jetzt war Baden angesagt. Keine Menschenseele, keine Handtücher, kein Gedränge. Nur wir, das Meer und unsere Luxuskörper. Für exakt zehn Minuten. Dann schien sich herumzusprechen, dass zwei durchtrainierte Austro-Exoten nackt ein Bad nahmen – und schon war die Ruhe dahin. Tourismus auf Korfu funktioniert offenbar telepathisch.


Aber: Die Pflicht rief! Und sie rief laut – noch mindestens 35 Kilometer, knapp 900 Höhenmeter und 25 Grad aufwärts! Die Straße war gnädig – teilweise schattig, ruhig, selten stark befahren. Doch dann kam ein Moment, wie er nur auf Touren mit besten Freunden entsteht: eine spontane Kursänderung. Warum der beschilderten Route folgen, wenn es noch Arillas und vor allem Afionas gibt?


Afionas – du schöne, steile Diva!

Michael trat wie eine Maschine, ich hingegen… nun ja: Ich trieb mein Rad mit voller Körperspannung – schiebend – durch das Labyrinth von Olivenbäumen hinauf. Und es lohnte sich!

Doch siehe da – auch hier hat die Zeit nicht Halt gemacht: Ein moderner Parkplatz, ein stylisches Restaurant und ein Imbiss mit eiskalten Getränken und verführerisch duftendem Gyros. Aber wir blieben stark: Banane und Powerriegel statt Fleischorgie. Die restlichen 400 Höhenmeter wollten bezwungen werden. Und die Sonne tat ihr Übriges – heißer als die Gyrosplatte in der Auslage.


Als wir endlich in Paleokastritsa ankamen, war der Akku leer – aber das Herz voll.


Und dann wieder dieser Gedanke an Freundschaft.

Es läuft einfach. Nicht, weil alles gleich ist – sondern weil alles verlässlich ist.

Einer tritt voraus, der andere folgt. Es wird gewartet, geholfen, gescherzt, geschwitzt – und nie gefragt, warum. Es ist einfach da, dieses Vertrauen. So wie damals 2017.

Und wenn einer mal schiebt statt tritt – auch gut. Freundschaft misst sich nicht in Wattzahlen.


Fazit von heute:

Zwei Männer, zwei Räder, ein Ziel. Und dazwischen ganz viel echtes Leben – mit Meerblick, Muskelkater, Muskelkrämpfe und Momenten, die bleiben!


1 Kommentar


anitahaberl
04. Mai 2025

So schön geschrieben. ❤️ Ihr seid ein tolles Team.

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