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Tag 4 / dessera

  • Autorenbild: Herbert Zauner
    Herbert Zauner
  • 5. Mai 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Sept. 2025



Von Höhen, Tiefen und griechischer Schraubenkunst


Ausgeschlafen?

Naja… Sagen wir’s so: Mein Rücken fühlt sich an, als hätte ich die Nacht mit einem Zementsack gekuschelt. Motivation? Fehlanzeige. Ich hab sie heute früh vergeblich im Spiegel gesucht – nicht mal ein „Komm schon, du schaffst das“ war zu sehen.


Also: Rauf auf den Pantokrator? Oder doch lieber pantokratorlos glücklich? Eigentlich war der große Aufstieg ab Agios Matheos geplant – aber Entscheidungen will man ja nicht nur mit den Beinen treffen. Und mein Rücken sagte ganz klar: „Herbert, heute bist du eher für Flachland bzw. vorerst Ruhe geeignet.“


Und was soll ich sagen die Vernunft hat gesiegt.

Statt Schweiß gab’s also Schaum – vom griechischen Kaffee, versteht sich. Ich saß gemütlich im Kafenio, während der Ort langsam erwachte. Es war 10 Uhr morgens, und schon ging das typische Kafenio-Gemurmel los: Kalimera! hier, ein freundliches Nicken dort. Und immer wieder: „Where are you from?“ – Ime Afstriakos!, rufe ich fröhlich, wobei ich beim Aussprechen wie immer fast die halbe Tasse verschütte.



Eigentlich wollte ich in Ruhe an meinem Blog schreiben. Eigentlich. Aber das Leben passiert halt, während man versucht zu tippen. Statt Buchstaben flossen also Gespräche, Gesten, Verwirrung wegen meines miserablen Griechischs – und viel, sehr viel echtes Leben.


Währenddessen: Michael. Der tapfere Mann hat sich tatsächlich den Pantokrator zu Agios Matheos hochgekämpft. Ganz oben steht eine kleine Kapelle – MONASTIRI – wo die Einheimischen gerne feiern, besonders zu Ostern. Und heute? Heute wurde vermutlich Michael gefeiert.


Wir trafen uns wieder und düsten (haha!) Richtung Süden, runter zum Meer. Aber der Wind!

Ich schwöre, dieser Wind war kein Wind. Das war ein mobiler Bergrücken! Jeder Tritt ins Pedal fühlte sich an, als würden wir rückwärts den Berg wieder raufstrampeln. Und dann: Sand. Düne. Eine Stunde lang. Es war wie ein Déjà-vu mit Sand im Getriebe.


Aber: Wir haben es geschafft!

Fix und fertig, aber stolz wie zwei Ziegen, die den Gipfel erklommen haben – auch wenn’s diesmal eher eine Windböe war.


Danach ging’s weiter nach Süden – 15 km Hügel rauf, Hügel runter. Und siehe da: Herbert – also ich – war plötzlich in seinem Element! Motiviert wie ein Duracell-Hase mit Espressokick trat ich in die Pedale. Alles lief!


Bis… tja… bis es nicht mehr lief.

Michael’s rechter Schuh hatte genug vom Abenteuerleben – die Klickpedale kapitulierten. Kaputt. Nichts ging mehr.

Ein Fall für den Held des Tages: Yannis, der Schraubengott von Lefkimmi!


Seine Werkstatt – eine Mischung aus archäologischer Grabungsstätte und Fahrradfriedhof – hatte genau das, was wir brauchten. Chaos, Charme und eine passende Schraube. Zack – repariert! Und das Beste: kein „Warum?“, kein „Was ist passiert?“ – einfach Hilfe. Großartig!


Kavos? Tja, das fiel ins Meer.

Aber der Abend in der Bar Veranda am Fluss war ein voller Genuss: Pizza, Rotwein, hitzige Diskussionen über Politik, Gesellschaft und die wahre Bedeutung von Freundschaft – mitten unter Griechen, die uns aufnahmen, als wären wir schon ewig Teil dieser Runde.


Was für ein Tag! Kein Gipfel, aber jede Menge Highlights. Und jetzt? Füße hoch. Rücken geradebiegen.

Und ein stilles Jamas! auf Tag 5.



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