Tag fünf - Zurück zum Start/ ημέρα 5
- Herbert Zauner
- 3. März 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Sept. 2025

Abschied, Erinnerungen und ein letztes Tavernen-Abenteuer
55 Kilometer und maximal 600 Höhenmeter – das klingt doch nach einem entspannten Finale, oder? Aber bevor wir losradeln, stellt sich die Frage: Hatten wir eine rasante Nacht? Die Antwort ist hoffentlich nein , denn ich gehe stark davon aus, dass Kavos um diese Jahreszeit so ruhig ist, dass man dort eine Stecknadel fallen hört. Sollte es Wiedererwarten doch eine Party gegeben haben, dann vermutlich nur mit ein paar streunenden Katzen und einem grantigen Wirt, der den Saisonstart herbeisehnt. Aber gut, fit und ausgeschlafen machen wir uns frühmorgens auf den Weg!
Erster Halt:
Lefkimi. Ein Ort, den ich besonders mag. Die Fahrt entlang des kleinen Flusses bis hin zum Meer hat etwas unglaublich Beruhigendes. Kleine, schaukelnde Fischerboote, ein paar ältere Herren, die über Gott, die Welt und vermutlich auch über unser Radoutfit philosophieren, und das Gefühl, dass die Zeit hier einfach stehen geblieben ist. Früher haben wir hier oft Ausflüge gemacht – die perfekte Mischung aus griechischer Gemütlichkeit und idyllischer Landschaft.
Von Lefkimi geht’s weiter nach Notos Beach,
ein kleiner Geheimtipp – zumindest war er das für uns immer. Wenn es an „unserem“ Prasoudi Beach zu windig war, sind wir einfach hierhergekommen, denn Notos war unser Zufluchtsort : kristallklares Wasser, kaum Wellen und – natürlich – eine Taverne! Denn, sind wir mal ehrlich: Ein guter Strand ist nur halb so gut, wenn man nicht irgendwo mit Blick aufs Meer sitzen und eine Portion Souvlaki oder einen griechischen Salat genießen kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich dort zu einer kurzen Pause hinreißen lassen werde. Kurze Pause? Haha – das habe ich mir auch schon in anderen Tavernen gedacht, nur um dann zwei Stunden später mit vollem Bauch und einem zufriedenen Lächeln wieder aufs Rad zu steigen. (UIII wir nähern uns dem Ziel und der Berti wird lockerer!)
Apropos Taverne
da fällt mir eine Geschichte ein! Vor einigen Jahren saß ich genau hier in Notos in einer kleinen Taverne mit zwei älteren griechischen Herren. Wie es sich gehört, habe ich mir einen Kafe eliniko bestellt – schwarz, stark und mit der Menge Kaffeesatz, die es ermöglicht, daraus die Zukunft zu lesen. Die beiden Männer neben mir hatten andere Pläne enthüllt und bestellten Ouzo. Um 10 Uhr morgens . Sie prosteten mir zu und bedeuteten mir, dass es in Griechenland eine Schande sei, nicht mitzutrinken. Ich lehnte höflich ab – woraufhin einer der beiden mich nur schmunzelnd ansah und meinte: „Du fährst Rad? Sehr gut. Dann kannst du ja auch sehr gut fallen.“ Tja, was soll ich sagen – in solchen Situationen lernt man schnell, dass es manchmal besser ist, wenigstens ein kleines Gläschen mitzutrinken. Natürlich nur aus kulturellen Gründen! Übrigens: Die Griechen sind wirklich sehr gastfreundlich und noch dazu wenn sie merken´, dass Du ein paar Brocken Griechisch kannst und sie auch versuchst zu verstehen!
Aber wir dürfen uns nicht zu lange aufhalten – schließlich liegt noch ein schönes Stück Weg vor uns!
Der Plan: Entlang des Meeres bis nach Korfu-Stadt. Klingt traumhaft, wäre es auch – wenn nicht manchmal der Verkehr wäre. In der Hauptsaison ist die Strecke mit dem Rad eine eher sportliche Mutprobe, aber jetzt im Frühjahr sollte es hoffentlich gehen. Auf der anderen Seite: Diese Route ist einfach die perfekte Abschiedstour – das Meer immer in Sichtweite, der warme Wind im Gesicht (hoffe nicht zu heftig!) und vielleicht nochmal die Chance, die letzten Stunden auf dem Sattel so richtig zu genießen.
Und dann, endlich: Korfu-Stadt! Ein würdiger Abschluss, nicht nur, weil wir hier gestartet sind, sondern weil diese Stadt für mich einfach etwas Besonderes ist. Die engen, verwinkelten Gassen, der bunte Markt, das lebendige Treiben in den Cafés – es gibt kaum einen besseren Ort, um die Tour ausklingen zu lassen. Und ja, spätestens hier wird uns eine Pause sehr gut tun, damit wir nicht ganz fertig in der Stadt ankommen. Vielleicht ein letzter Kaffee am Spianada-Platz, oder doch noch eine letzte Taverne?
Wer weiß. Aber eins ist sicher: Diese Tour war ein Abenteuer – und ich freue mich schon auf das nächste!
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Griechisch lernen – Heute dreht sich alles um die Zeit!
Nach fünf Tagen auf dem Rad haben wir eines gelernt: Zeit spielt in Griechenland eine ganz eigene Rolle. Während wir uns als pflichtbewusste Mitteleuropäer an unseren Tagesplan halten, kann es schon mal passieren, dass sich das griechische Universum denkt: „Pfff, was sind schon fünf Minuten?“ Wer auch jemals einen Kellner nach der Rechnung gefragt hat und zur Antwort bekam „Nai, se ena lepto!“ („Ja, in einer Minute!“), der weiß, dass das nicht wörtlich zu nehmen ist. Zeit ist hier eher ein dehnbarer Begriff.
Aber genau deshalb ist es wichtig, dass wir uns mit den Tagen, der Uhrzeit und allem, was damit zu tun hat, auskennen . Denn egal, ob wir den Busfahrplan entziffern, in der Taverne nach den Öffnungszeiten fragen oder herausfinden wollen, wann das nächste Boot fährt – ein paar griechische Zeit-Vokabeln schaden nie.
Und keine Sorge: Falls ihr doch mal völlig planlos irgendwo sitzt und keine Ahnung hast, welcher Tag eigentlich ist – dann atmet tief durch, bestellt einen Ouzo und macht es wie die Griechen: „Siga, siga!“ – immer mit der Ruhe!
Montag | Deftéra | Δευτέρα
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Dienstag | Tríti | Τρίτη
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Mittwoch | Tetárti | Τετάρτη
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Donnerstag | Pémpti | Πέμπτη
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Freitag | Paraskeví | Παρασκευή
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Samstag | Sávvato | Σάββατο
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Sonntag | Kyriakí | Κυριακή
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Woche | evdomáda | εβδομάδα
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Monat | mínas | μήνας
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Jahr | étos | έτος
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Sommer | kalokaíri | καλοκαίρι
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Winter | cheimónas | χειμώνας
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Frühling | ánoixi | άνοιξη
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Herbst | fthinóporo | φθινόπωρο
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Wie spät ist es? | Ti óra eínai | Τι ώρα είναι
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Ich mache hier Urlaub | Eímai diakopés edó | Είμαι διακοπές εδώ
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Heute | símera | σήμερα
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Heute ist es heiß | Símera kánei zésti | Σήμερα κάνει ζέστη
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Morgen | proí | πρωί
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Bald | sýntoma | σύντομα
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Später | argótera | αργότερα
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Früher | protýtera | πρωτύτερα
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